Ratgeber Schafpudel

Ist der Schafpudel ein Pudel?

Aus der Erhaltungszucht Schafpudel von der Lausitzer Heide, Löbau ·

Historische Aufnahme eines langhaarigen Schafpudels von 1921
Historische Aufnahme von 1921, gemeinfrei. Quelle in den Bildnachweisen.

Nein, der Schafpudel ist kein Pudel und auch keine Pudel-Mischung. Er ist ein Schlag der altdeutschen Hütehunde. Seinen Namen hat er vom niederdeutschen Wort „Pfuhl“, das sein weiches, zottiges Haar beschreibt. Oft liest man auch die Schreibweise Schafspudel. Gezüchtet wurde er über Jahrhunderte für die Arbeit an der Herde.

Woher der Schafpudel kommt

Seine Herkunft liegt in der Norddeutschen Tiefebene, in Pommern und im Osten Deutschlands. Dort hat er als Arbeitshund der Schäfer über die Weidewirtschaft die Zeiten überdauert, auch in der Lausitz. Schon 1927 wurden die alten Schläge im „Verein für bodenständige Hütehunde“ erfasst.

Einen Rassestandard gibt es bis heute nicht, weil der Schafpudel nicht vom FCI anerkannt ist. Gezüchtet wurde immer auf Leistung an der Herde: klug, ausdauernd, gesund.

Warum der Schafpudel auf der Roten Liste steht

Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) führt den Schafpudel in Kategorie III, gefährdet. Bundesweit gibt es nur noch rund 3.000 altdeutsche Hütehunde. 2026 hat die GEH den altdeutschen Hütehund zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“ gewählt. Jeder Wurf aus Erhaltungszucht sichert die genetische Vielfalt dieser Rasse.

Schafpudel, Schafspudel, altdeutscher Hütehund: was ist was?

„Altdeutsche Hütehunde“ ist der Sammelbegriff für die alten Arbeitsschläge der deutschen Schäfer. Der Schafpudel ist einer dieser Schläge, erkennbar an seinem zottigen Fell. „Schafspudel“ ist nur eine andere Schreibweise für denselben Hund. Mit dem Pudel teilt er lediglich die zweite Silbe im Namen, nicht die Abstammung.

Was der Schafpudel heute macht

Seine Urbestimmung ist die Herdenarbeit, und dort ist er bis heute im Einsatz. Weil über Jahrhunderte nur auf Tauglichkeit gezüchtet wurde, ist er aber ein echter Allrounder: als Familienhund, im Hundesport, als Rettungshund und beim Mantrailing, als Begleiter für Aktive und als Co-Therapeut mit Kindern und Senioren.

4 Merkmale, an denen Sie einen Schafpudel erkennen

  1. Das Fell. Mittellanges Zotthaar mit Behang und Unterwolle, nicht gelockt wie beim Pudel.
  2. Die Farben. Schwarz, Silber, weizenfarben, gesprenkelt oder durch den Merlefaktor rein weiß, selten gelbbackig.
  3. Die Größe. Rüden 50 bis 60 cm, Hündinnen 45 bis 55 cm Widerristhöhe, 17 bis 25 kg. Ein mittelgroßer, robuster Hund.
  4. Das Wesen. Intelligent, lernfreudig, wachsam und eng an seine Menschen gebunden. Ein Hütehund, der mitdenkt, statt nur zu gehorchen.
Schafpudel aus Löbau

Sie überlegen, einen Schafpudel aufzunehmen?

Wir züchten altdeutsche Schafpudel seit 2010 in Oelsa bei Löbau in der Oberlausitz. Der nächste Wurf ist für das Frühjahr 2027 geplant. Sprechen Sie uns gern frühzeitig an, Besuch nach Absprache. Kaufen Sie aus dem Ausland, hilft unser englischer Guide zum Welpenkauf aus Deutschland.